Nelly.Holly.Nino

Unser.Frauchen

Wir haben lange überlegt, was wir über unser Frauchen so erzählen sollen. Als Frauchen mal nicht in der Nähe war, haben wir dann einfach mal einen Tierfamilienrat einberufen und uns beratschlagt. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass wir unser Frauchen alle gleich lieb haben. Doch jeder von uns hat so seine eigene Geschichte zu Frauchen zu erzählen:

Nelly sagt:

Ich war das erste Mitglied unsere kleinen verrückten Tierfamilie. Dass Frauchen und ich zusammengehören, das wusste ich schon bei unserem allerersten Treffen. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Damals lebte ich noch in Thüringen in einem riesengroßen Laufstall zusammen mit anderen Jungpferden. Es war März und ich hatte gerade meinen zweiten Geburtstag gefeiert. Dass viele Menschen kamen, um mich anzugucken und dann doch nicht toll fanden, war ich schon gewohnt. Doch als dann an diesem einen Tag im März diese eine Menschin auftauchte, wußte ich, dass ich endlich ein neues Zuhause bekommen würde. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich ihre Augen hab leuchten sehen, als wir aufeinander trafen. Wir konnten uns schon damals an diesem ersten Tag kaum mehr voneinander trennen. Und als dann auch noch mein Stallgenossen versuchte, mir mein neues Frauchen streitig zu machen, bin ich direkt dazwischen gegangen. So geht das ja schließlich nicht! Irgendwann war diese Menschin dann wieder verschwunden und ich war traurig, weil ich nicht wusste, ob sie mich zu sich nach Hause holt oder nicht. Damals sagte sie nämlich, sie müsse erstmal eine Nacht drüber schlafen, bevor sie eine Entscheidung trifft. Aber schon am nächsten Tag sagte man mir, dass sie mich holen kommen wird. Von da an hieß es für mich, die Tage und Stunden zählen. Es kam mir vor, wie eine Ewigkeit. Tatsächlich waren es aber nur drei Wochen. Endlich hatte ich meine Menschin gefunden! Seither habe ich schon viel durch mit meinem Frauchen. Viele Stallwechsel, viele Diskussionen und Mißverständnisse. Aber immer haben wir uns wieder zusammengerauft. Inzwischen bin ich schon 6 Jahre alt und Frauchen und ich sind ein super Team geworden.
Das beste an meinem Frauchen ist, dass sie immer Leckerchen in der Tasche hat, immer dafür sorgt, dass es mir gut geht und wir uns ohne Worte verstehen.

Holly sagt:

Ich war die zweite, die in diese kleine verrückte Tierfamilie kam. Mein Frauchen hab ich mir damals selbst ausgesucht. Als wir das erstemal aufeinander trafen, bin ich sofort zu ihr hingelaufen und hab mich an ihre Fersen geheftet. Ich wohnte damals noch auf einem kleinen Hof in der Nähe von Paderborn. Dort hat mich das Frauchen auch das erste mal gesehen. Ich war die kleinste von 4 Welpen und immer die sensibelste und schüchternste. Das war wohl auch der Grund, warum ich das Frauchen direkt für mich haben wollte. Ich war damals schon direkt beleidigt, wenn sich jemand anderer meinem Frauchen genähert hat. Da musste ich direkt dazwischen gehen. Als dann der Tag kam, an dem Frauchen mich abholen kam, bekam ich ein minikleines rosanes Geschirr angezogen. Die ganze lange Fahrt von Paderborn bis nach Wuppertal hab ich dann bei Frauchen auf dem Schoß gesessen. Mann, da war ich aber ganz schön aufgeregt. Ich wußte ja auch nicht, was da nun auf mich zukommt. Inzwischen bin ich auch schon wieder fast 4 Jahre alt und auch ich hab eine Menge schon durch mit meinem Frauchen. Von allen aus unserer kleinen Tierfamilie hab ich aber mit Abstand den schwersten Job. Ich lebe schließlich mit Frauchen Tag und Nacht zusammen und ich muss immer genau darauf achten, dass Frauchen nichts passiert. Ganz besonders wichtig ist es, genau mitzubekommen, wenn es Frauchen nicht gut geht, denn dann ist es meine Aufgabe, sie wieder aufzumuntern. Meistens funktioniert es auch ganz gut, manchmal dauert es etwas länger. Aber ich geb mein Bestes. Ist ja schließlich mein Frauchen!
Das beste an meinem Frauchen ist, dass sie sich immer von mir weichklopfen läßt, wenn ich um Leckerchen bettel. Meinen blauen Augen kann man eben nicht widerstehen!

Nino sagt:

Ich bin also dann der letzte in dieser verrückten Runde. Und ich bin hier der Chef! Anders als die Damen in der Familie hab ich mir mein Frauchen nicht selbst ausgesucht. Irgendwie hatte ich gar keine Wahl, da ich von da, wo ich vorher gewohnt hatte, weg sollte. Frauchen hat davon gehört und weil sie mich so niedlich fand, hat sie mich eben bei sich aufgenommen. Einfach hat sie es mit mir nicht immer. Ich bin eben ein Shetty und wer uns kennt, der weiß, dass wir uns nichts sagen lassen. Bisher hatte ich aber auch ein Lodderleben geführt. Ich war Chef in einer kleinen Shettyherde. Und die anderen haben auch immer brav das gemacht, was ich gesagt habe. Inzwischen lebe ich seit einem Jahr bei meinem Frauchen und die Zeiten des Nichtstun sind mal lange vorbei! Ich werde geritten, longiert und ich darf bei Ausritten mit meiner großen Schwester dabei sein. Die finde ich auch immer am spannendsten. Als ich das erste mal mit unterwegs war, fand ich das ganz schön aufregend. Ich kannte das ja vorher alles nicht. Ich wohnte ja nur in meinem kleinen Offenstall zusammen mit meiner Shettyherde. Besonders schön finde ich aber, dass ich inzwischen mit Nelly in einer WG lebe und dass wir den ganzen Sommer über zusammen auf der Wiese stehen dürfen.
Das beste an meinem Frauchen ist, dass sie immer Leckerchen in der Tasche hat und dass man sie so schön ärgern kann.